Lahnwanderfahrt

Lahnwanderfahrt des LRVBW vom 1. bis 8. August 2010

Lahnwanderfahrt

Eine Fahrt mit Premieren:

Die Idee für die Lahnwanderfahrt entstand bei einem LRVBW-Lehrgang für Bootsobleute und Fahrtleiter, als Projekt zur praktischen Erprobung des vermittelten theoretischen Wissens. Die dort frisch geschulten neuen und jungen Fahrtleiter Axel Mühring und Patrik Knapp, beide aus dem Stuttgart-Cannstatter RC, wollten sich erstmals an der Organisation einer Gemeinschaftswanderfahrt versuchen, zusammen mit dem Lehrgangsleiter Werner Rudolph. Die Lahn war für Axel und Patrick „Neuwasser“. Der Kreis der gemeldeten Teilnehmer hatte ein breites Altersspektrum von 30 bis über 80 Jahren. Für viele der Teilnehmer war es eine erste Gemeinschaftswanderfahrt. Darüber hinaus war es erstmals keine Vereinsfahrt, sondern eine Veranstaltung mit dem Landesruderverband Baden-Württemberg.

Dies waren keine gewöhnlichen Bedingungen. Deshalb starteten alle mit vielen Fragen: Wer sind die anderen Teilnehmer? Was erwartet uns? Wie werden wir miteinander klarkommen?

 

Die Fahrt auf dem Fluss:

Wir ruderten die insgesamt 165 km in 6 Etappen mit 3 Booten von oberhalb Giessen über Wetzlar, Weilburg, Laurenburg und Bad Ems nach Koblenz, d.h. auch Rhein und Mosel wurden noch berührt. Die Tagesetappen waren trotz kaum vorhandener Strömung gut zu bewältigen. An den Staustufen gibt es ganz unterschiedliche Hilfsmittel für das Übersetzen der Ruderboote: Bootsgassen, in denen die Boote nach unten getreidelt wurden, Wehre zum Umtragen, Selbstbedienungsschleusen und von Schleusenpersonal bediente kleine und große Schleusen. Der ungewöhnlich niedrige Wasserstand der Lahn machte das Steuern an den zum Teil auftretenden Untiefen spannend und erschwerte das Umtragen an den beiden Wehren in Wetzlar. Ein Highlight der Tour war das Befahren des Schiffstunnels in Weilburg mit anschließender Doppelschleuse.

 

An den Ufern des Flusses:

Die Lahn wurde Ihrem Ruf vollends gerecht, einer der romantischsten Flüsse Deutschlands zu sein: Es gab viel Natur, Stille, stolze Schlösser und Burgen, Kirchen und Klöster sowie nette Altstädte.

Mittags wurde vom Landdienst regelmäßig ein Picknick auf einer Schleuseninsel oder an einem geeigneten Anlegeplatz organisiert.

Meist am Abend wurden Rundgänge durch die am Ufer gelegenen Orte, z.B. Wetzlar, Weilburg, Limburg (mit einer nächtlichen Stadführung), Nassau (Fußmarsch auf den Burgturm), Bad Ems (Bergbahnfahrt) durchgeführt. Auch schöne Gasthäuser und Biergärten wurden dabei besucht. An einem Abend in Laurenburg wurde gegrillt, dies war der kulinarische Höhepunkt der Fahrt mit Fischgang, Steaks, Würstchen und guten Salaten.

Der Ausklang in dem Vorort Moselweis bei Koblenz fand in einem Weingut bei deftigem Essen und gutem Moselwein statt.

 

Die Teilnehmer:

Die Wanderfahrt war in verschiedenen Medien des LRVBW und des DRV ausgeschrieben worden. So kam es zu einem bunt zusammen gewürfelten Trüppchen mit 16 Teilnehmern aus verschiedenen Teilen Deutschlands, Österreichs und aus Holland. Trotz der großen Altersunterschiede kamen sowohl in den Booten als auch an Land alle sehr gut miteinander aus! Die wohl schon klassische "Generationenteilung" zeigte sich dann aber doch bei der Auswahl der Übernachtungsmöglichkeiten: die "Jüngeren" bevorzugten die Luma-Übernachtung in Ruderclubs, der Rest wählte lieber das gemütliche Hotelbett. Leider musste eine Ruderin die Wanderfahrt krankheitsbedingt abbrechen - an dieser Stelle wünschen wir ihr nochmals gute Genesung und freuen uns, dass sie sich inzwischen wieder auf dem Weg der Besserung befindet.

 

Die Organisation:

Die Organisation wurde so vorgenommen, dass die verschiedenen Fahrtleiter sich jeweils für einen Fahrtabschnitt von 2-3 Tagen verantwortlich erklärten. Alle Organisationsdaten (Quartieradressen, Telefonnummern etc.) wurden tagweise für die Fahrtleiter und Teilnehmer in einer Gesamtübersicht zusammengestellt. Die Besorgung von Quartieren (LuMa-Lager und Betten) erwies sich als deutlich aufwändiger, als bei der Organisation nur einer Quartierart, denn es musste auf räumliche Nähe der unterschiedlichen Quartierarten geachtet werden. Erschwerend war auch, dass es mehrere nachträgliche Ab- und Ummeldungen von Teilnehmern gab.

Alle Fahrtteilnehmer wurden über die genauen Randbedingungen der Fahrt, wie z.B. Teilnehmer, Anreise, Quartiere, Kosten, Etappenplanung, versicherungstechnische Aspekte u.ä. etwa 4 Wochen vor Fahrtantritt schriftlich informiert.

Während der Wanderfahrt wurde nur ein 9-Sitzer-Fahrzeug für den Gepäcktransport vom Landdienst bewegt. Personentransporte wurden nach Möglichkeit vermieden. Der Bootstransporter wurde am ersten Tag der Wanderfahrt zum Endpunkt gebracht. Privatfahrzeuge wurden während der Wanderfahrt nicht bewegt. Soweit diese für die Anreise notwendig waren, wurden sie ebenfalls am ersten Tag am Endpunkt der Wanderfahrt abgestellt. Auch der Bootstransport wurde minimiert, indem die Boote nach der Wanderfahrt einer anderen Gruppe im Bereich der Lahn übernommen wurden.

Aus dem Gewässerkatalog im DRV-Internetportal rudern.de wurden Streckenbeschreibungen gefertigt, die in jedem Boot in laminierter Form zur Verfügung standen.

Die Mannschaften wurden tagweise neu gruppiert und jeweils am Morgen bekannt gegeben. So wurde erreicht, dass alle Teilnehmer im Verlauf der Fahrt mit allen ruderten.

Die Fahrt verlief dank guter Vorbereitung "nach Plan".

 

Dank den Organisatoren:

Beim Abschlussessen gab´s wohlverdiente Dankesworte und Anerkennungspräsente an die beiden jungen Organisatoren. Insbesondere wurde gelobt, dass die Fahrt insgesamt sehr harmonisch, mit Teamgeist und gut geplant verlief. Lob gab es auch für die professionell gemeisterte Ausnahmesituation des Krankheitsfalls einer Teilnehmerin.

Auch gute Vorsätze gab es, sich für zukünftige Projekte wieder zusammenzufinden. Für die Organisatoren wäre es der schönste Lohn, wenn dies Realität wird.

 

Fazit:

Premiere gut gemeistert! Es war eine tolle Woche mit interessanten Leuten – schön war´s!

Berichtskonzept: Kathrin Jacob, mit Hintergrundinformationen von Werner Rudolph

Bilder: Axel Mühring und Ilse Wagner

 

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