Vogalonga 2011

Gemeinschaftswanderfahrt des Landesruderverbands Baden-Württemberg um Venedig vom 11. bis zum 16. Juni 2011

Vogalonga 2011

Samstag, den 11. Juni 2011 – Ankunft

Nachdem Werner Rudolph schon im Vorfeld zur Wanderfahrt durch akribische Vorbereitung zu beeindrucken wusste, bewahrheitete es sich ziemlich schnell, dass wir eine schöne Woche an und auf den Lagunengewässern um Venedig verleben würden.

Die 25 Teilnehmer aus Deutschland und Österreich trafen nach einer staureichen Anreise im Verlauf des Tages ein, teils bei unserem Quartier, dem Zeltplatz in Punta Sabbioni, teils auch direkt am Bootshaus der Cannottieri Treporti, wo sie gleich halfen, die Boote aufzuriggern und wellenfest zu machen.

Gegen 18.40 Uhr begrüßte uns Werner, gab uns in einer Vorstellungsrunde Gelegenheit uns bekannt zu machen, gab einige organisatorische Hinweise und erläuterte uns den Ablauf und die Risiken für den nächsten Tag (Vogalonga!!!). Alles war gut vorbereitet, die Teilnehmerutensilien wie Startnummern, Plakate und Vogalonga-Shirts sowie ein Satz einheitlicher T-Shirts mit dem Aufdruck des Baden—Württembergischen Ruderverbands für jeden lagen bereit. Es konnte losgehen.

Im Anschluss an diese Besprechung trafen wir uns zum ersten gemeinsamen Abendessen in einer nahe gelegenen Pizzeria.

Pfingstsonntag, den 12. Juni 2011 – Vogalonga!!!

Gegen 7.00 Uhr fuhren wir zu den Booten. Am Himmel drohten in der Ferne noch einige dunkle Wolken, diese verzogen sich jedoch bald, und auf uns wartete ein wunderbar sonniger Tag (keine Wiederholung der denkwürdigen Vogalonga von 2009!).

Zügig brachten wir unsere fünf Vierer zu Wasser (Werner hatte uns nicht nur die Hütten- sondern auch die Bootseinteilungen für die Rudertage bereits lange vor Beginn der Wanderfahrt zukommen lassen) und machten uns auf den Weg nach Venedig. Kaum vor dem Markusplatz angekommen, hieß es auch schon wenden, der Startschuss fiel, und die mehr als 1600 Boote mit über 6.000 Teilnehmern setzten sich in Bewegung, um den 30 km langen Rundkurs anzugehen. Beeindruckend, was da alles unterwegs war!!! Schmale Schlauchboote mit Tretantrieb, Seegigs, Rennzweier (junge Ruderer, die ohne Rückspiegel sicher durch die vielen Boote navigierten), Verlobungseiner, Gigzweier mit zwei Steuerleuten, Achter, Kajaks, Drachenboote, viele Gondeln aller Größenordnungen usw. trugen Teilnehmer aus vielen verschiedenen Ländern durch die Lagune. Zum Teil fragte man sich wirklich, wie manche die 30 km lange Strecke durchhalten würden. Es ging vorbei an den Inseln Vignole und Sant ´Erasmo bis nach Burano und über die Glasbläserinsel Murano, und den Rio Cannaregio zum Canal Grande. Irgendwo auf einer unbewohnten Insel legten wir zwischendurch eine Mittagspause ein und machten beim Aussteigen zunächst Bekanntschaft mit dem Schwemmsand, der die Ruderer kaum wieder loslassen wollte… Ansonsten gab es keine Vorkommnisse.

Während der gesamten Fahrt mussten einige Engpässe bewältigt werden, in denen sich die Boote gewaltig stauten. Dies bereitete unserem 81-jährigen Steuermann, Rudi Neumann, jedoch keine Probleme. Unvergesslich: die Fahrt durch den Canale Grande, vorbei an vielen jubelnden und applaudierenden Zuschauern, im Hintergrund Dudelsackmusik, mit der der Musiker nicht nur seine eigene Bootsbesatzung bei Laune hielt, und immer begleitet von dem Trommeln der zahlreichen Drachenboote. Wir unterquerten die Rialto-Brücke und erreichten bald darauf das Ziel, wo jeder Teilnehmer einzeln verlesen wurde! Die Wassersportler bekamen zielsicher Beutel mit Urkunden und Medaillen sowie einige Getränke zugeworfen – und hatten es geschafft!!! Es war toll!!!

Nun ging es zurück zum Markusplatz und von dort aus wieder Richtung Treporti. Diese Fahrt war dann nicht mehr so angenehm. Frei nach dem Motto „wehe, wenn sie losgelassen“ schienen sich dort sämtliche motorbetriebenen Boote, die wir bis dahin ausgebremst hatten, auszutoben. Das Wasser war wirklich sehr unruhig; eine Herausforderung für jeden Steuermann. Dennoch erreichten wir alle wohlbehalten den Bootsplatz in Treporti.

Den Abend beschlossen wir wieder in der Pizzeria.

Pfingstmontag, den 13. Juni 2011

Nach der langen Etappe vom Vortag auf stehendem Gewässer stand an diesem Tag eine Ruderpause an. Schließlich wollten nicht nur die Venedig-Neulinge in Ruhe Venedig und Umgebung erkunden. Mit Rainer, der eine Besichtigung der Lagunenstadt mit historischen Hintergründen anbot und Martin, der uns ein Venedig abseits der Touristenströme zeigen wollte, standen uns zwei ortskundige Führer zur Seite. So besichtigten wir mit Martin zwar auch den Markusplatz, pausierten dann im Laufe der Wanderung aber zum Beispiel auch in einer Bar, die schwerpunktmäßig von Einheimischen frequentiert wird, und erfuhren, wo mitten in Venedig ein etwas größerer Supermarkt zu finden ist, in dem man alles Nötige kaufen kann.

Im Anschluss an diese Führung hatten die Ruderer Gelegenheit, den Rest des Tages nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Zum Abendessen trafen wir uns dann alle wieder … diesmal in der Pizzeria vor dem Campingplatz.

Dienstag, den 14. Juni 2011

Noch bei der morgendlichen Vorbesprechung waren wir uns einig, dass wir an diesem Tag die Inseln Torcello, Burano und abends Sant Erasmo besuchen wollten. Am Bootslagerplatz angekommen machte uns der Wind jedoch einen Strich durch die Rechnung. Das Wasser war zu kabbelig und Werner plante kurzfristig um.

Die Fahrt ging gleich hinter dem Bootsplatz in Treporti hinein in windgeschützte Kanäle und weitläufige Naturparkgebiete. Die Mittagspause verbrachten wir auf der abgelegenen Azienda Agrituristica, ein nettes schattiges Plätzchen, wo wir gut mit Aqua, Wein und Bier versorgt wurden und uns in der weitläufigen Parkanlage zwischen Teichen, Wiesen und Spielplatz die Beine vertreten und zahlreiche Tiere beobachten konnten.

Träge setzten wir uns anschließend wieder in Bewegung. Als wir wieder offenes Wasser erreichten, hatte der Wind nachgelassen, so dass wir noch Sant Erasmo ansteuern konnten, um dort in einem guten italienischen Restaurant (mit italienischer Speisekarte und italienischen Gepflogenheiten) stilvoll zu Abend zu essen.

Gut gestärkt ruderten wir zurück zum Bootsplatz, wo wir beim obligatorischen Rollsitz-, Rollbahn- und Auslegerreinigen (war nötig wegen des Salzwassers) noch den Sonnenuntergang über dem Wasser genießen konnten.

Mittwoch, den 15. Juni 2011

Das Wetter war super: sonnig und warm. Daher wurde nicht soviel getan! Wir ruderten zur Insel Burano, wo wir zwei Stunden Zeit hatten, uns zwischen den hübschen bunten Häusern und den Kanälen des malerischen Fischerdorfs umzusehen und ggf. Erzeugnisse mit der berühmten Buraner Spitze zu erwerben. Ein Besuch von Burano lohnt sich auf jeden Fall.

Zurück am Bootsplatz in Treporti fand sich eine Herrenbesatzung zusammen, um mit der „Judith“ noch zur Adria zu rudern und dort zu baden. Die übrigen fuhren zurück zum Quartier und genossen den freien Nachmittag.

Der Abend wurde wieder in der Pizzeria beschlossen.

Donnerstag, den 16. Juni 2011

Diesmal ruderten wir an Burano vorbei in Richtung Portegrandi zur alten Silemündung bis zur Schleuse und zurück. Eine Strecke teils mit Schilf (wo uns der Schilfrohrsänger mächtig was zu erzählen hatte) bewachsen war und teils durch die üblichen Salzwiesen führte. Über uns allerdings das ständige Dröhnen der Flugzeuge, die just vorher am nahe gelegenen Flughafen Marco Polo gestartet waren.

Auf dem Rückweg legten wir in Torcello vor der Kirche an, eine prima Anlegestelle, bei der wir für alle fünf Boote ausreichend Platz fanden. Torcello gilt als Mutter Venedigs. Es war zunächst Hauptstadt Venetien, bis Venedig mit Hilfe der Baumaterialen Torcellos errichtet wurde.

An Land kamen wir nicht weit. Wieder einmal lud ein ansprechendes Restaurant mit einem großen Garten zum Verweilen ein. Wir wurden zuvorkommend begrüßt und genossen dort an einem schattigen Plätzchen am Kanal Wein, Oliven und Chips.

Abends fanden wir uns wie immer in einer der beiden Pizzerien nahe des Zeltplatzes wieder.

Freitag, den 17. Juni 2011

Unser letzter Rudertag! Fahrtenleiter Werner Rudolph hatte für diesen Tag noch einmal eine Art Abschiedstour auf dem Lagunengewässer geplant. Wir ruderten zunächst entspannt vorbei an den Inseln San Erasmo, Burano und Murano, bis am Horizont dunkle Wolken auftauchten, die nichts Gutes verkündeten. Daraufhin war es vorbei mit der Gemütlichkeit. Wir verzichteten auf eine längere Pause zwischendurch und ruderten zügig weiter, diesmal auf der Teilstrecke der Vogalonga an San Erasmo entlang zurück zum Bootslagerplatz. Kaum hatten wir die Boote aus dem Wasser gehoben, setzte auch schon der Regen ein und Blitz und Donner drohten aus etwas Entfernung. Abriggern und Boote aufladen erfolgten routiniert und schnell. Viel eher als ursprünglich beabsichtigt waren wir zurück im Quartier. Den Rest des Tages hatten wir dann zur freien Verfügung.

Beim Abendessen in der Pizzeria am Zeltplatz fasste Werner noch mal zusammen und dankte den Teilnehmern für ihre jeweiligen Beiträge zum Gelingen der Wanderfahrt. Eine schöne Ruderwoche ging zu Ende.

Immerhin hatten wir bei schönem Wetter auf den Lagunengewässern 148 (die Schwimmer 163!) Kilometer rudernd zurückgelegt…

Samstag, den 18. Juni 2011

Abreise nach einer wunderschönen Wanderfahrt!

Conni Dettmer


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