Erwartungsvoll richteten sich am vergangenen Wochenende alle
ruderinteressierten Augen nach München zum 2. World-Cup der Saison. Mehr
als 550 Athleten und 37 Nationen hatten gemeldet. Wie vom Deutschen
Ruderverband angekündigt, waren die deutschen Ruderer in fast allen
Bootsklassen vertreten. Der DRV ging mit 23 Mannschaften an den Start
und zeigte von Beginn an, dass die internationale Konkurrenz mit diesen
Mannschaften zu rechnen hat.
Bei sechs Vorlaufsiege zeigte sich bereits eine klare Tendenz.
Am Samstagabend stand dann fest, dass die deutsche Mannschaft mit 17
Booten im Finale ihren Kurs in die Weltspitze wieder aufgenommen hat.
Die
Einer zeigten sich noch als Schwachstelle und der Verband ist
aufgefordert mit allen Trainern hier Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten.
Am
Sonntag war das Siegertreppchen dann insgesamt von 12 Mannschaften des
Deutschen Ruderverbandes besetzt. Es wurden 5 Gold-, 5 Silber- und 2
Bronzemedaillen gewonnen. Aber auch hervorragende Platzierungen
zeigten, dass das Potential noch nicht erschöpft ist und eine
Umstrukturierung in andere Bootsklassen eine Stärkung der
Gesamtmannschaft verspricht.
Aus Sicht des Landes Baden-Württemberg traten bereits im ersten Finalrennen des Tages Kerstin Hartmann
(Ulmer RC Donau e.V.) und Marlene Sinnig (Crefelder Ruder-Club) mit
einer starken Leistung in den Vordergrund. Sie sicherten sich die
Bronzemedaille im Frauen-Zweier ohne. Bereits zu Beginn des Jahres
machte dieser Zweier auf nationaler Ebene konsequent auf sich
aufmerksam. Direkt dahinter auf dem vierten Rang die zweite deutsche
Kombination mit Katrin Reinert (Heilbronner RG
"Schwaben" v. 1879 e.V.) und Nina Wengert (RV Saarbrücken), die ja
bereits in der Vergangenheit ihre vielfältigen Möglichkeiten in den
anderen Bootsklassen unter Beweis gestellt hatten. Der Cheftrainer
Hartmut Buschbacher fügte hinzu: „Ich gehe davon aus, dass
Sinnig/Hartmann in Luzern das gute Ergebnis bestätigen. Dann werden sie
auch bei der WM in Posen im Zweier starten."
Im Männer-Vierer ohne zeigten erneut zwei deutsche Boote eine starke Leistung. Gold ging an Filip Adamski (Mannheimer RG Baden), Urs Käufer (Ulmer RC Donau), Richardt Schmidt (RV Treviris 1921 e.V. Trier) und Kristof Wilke
(RC Undine Radolfzell). Sie setzten mit diesem Sieg ein Ausrufezeichen
für den Achter, der in Luzern an den Start gehen wird. Die
Silbermedaille für den Schmidt-Vierer rundete dieses fantastische
Ergebnis im Männer-Vierer ohne Steuermann (M4-) ab.
Ingo Voigt (Neptun Konstanz) qualifizierte sich in einer starken Konkurrenz (19 Meldungen) für das B-Finale und errang dort den 5.Platz.
Der
Frauenachter konnte sein volles Leistungsvermögen abrufen und auch die
Experten überraschen. Die Besatzung von Trainer Christian Viedt zeigte
auch taktisch eine starke Leistung und gewann die Goldmedaille.
Voller
Erwartung ist nun der Blick auf Luzern gerichtet. Dort wird der DRV mit
seinen hervorragenden Ruderern aus Baden Württemberg sich erneut einer
internationalen Standortüberprüfung stellen und der Göttersee wird
zeigen, wer zur WM nach Poznan fährt.
Bericht Barbara Theis
Fotos von Hansjörg Käufer