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Eine Saison mit tollen Erfolgen

Transparenz für Trainer und Athleten trägt maßgeblich zu Erfolgen in Poznan bei

Medaillen

Eine Saison mit tollen Erfolgen, aber auch mit alten Problemen liegt hinter uns. Im Erwachsenenbereich zeigten sich durch die Umstrukturierung im Leistungssport des Deutschen Ruderverbandes erste Verbesserungen. Durch die Einsetzung eines für alle Bereiche verantwortlichen Cheftrainers war es zum ersten Mal möglich eine Vereinheitlichung von Testmaßnahmen und Trainingskontrollen durchzuführen. Die dadurch geschaffene Transparenz für Trainer und Athleten hat maßgeblich zu den Erfolgen in Poznan beigetragen. Hartmut Buschbacher hat es innerhalb eines Jahres geschafft alle im Leistungssport Beteiligten wieder in ein Boot zu holen. Hat die Abkehr von der absoluten Zentralisierung der Sportler zu Anfang an einigen Standorten für Unmut gesorgt, so zeigt sich inzwischen, dass gerade durch die Konkurrenz der Bundesstützpunkte und die individuelle Betreuung an verschiedenen Standorten eine Qualitätssteigerung zu erreichen ist.
Hier gilt es für uns als Landesruderverband die Verantwortlichen im DRV, allen voran, Siegfried Kaidel und Renko Schmidt, auf ihrem Weg der Erneuerung zu unterstützen. Auf dem Weg nach London wird es sicherlich auch Rückschläge geben und der Deutsche Ruderverband wird nicht in jedem Jahr mit der gleichen Medaillenausbeute wie aus Poznan von den Weltmeisterschaft nach Hause fahren, trotzdem sollte der eingeschlagene Weg bis 2012 gegangen werden.
Auch wir als Baden-Württemberger mussten durch die Umstrukturierungen zumindest auf dem Papier zu Anfang Abstriche machen. Die vom DOSB geforderte und auch sinnvolle Neuordnung der Bundesstützpunkte führte zur Auflösung des im deutschen Sport einmaligen „Flächenstützpunktes“ Saarbrücken-Breisach. Laut DOSB-Rahmenrichtlinien muss ein Bundesstützpunkt immer an „einem“ Standort mit einem leistungsstarken Verein sein. Wichtig sind hier vor allem die optimalen Möglichkeiten für Bundeskadersportler im täglichen Training (Kurze Wege zum Training und zur Uni, gute Trainingsbedingungen auf dem Wasser, beim Krafttraining, Physiotherapie, etc.). Diese Bedingungen sind in einem Flächenstützpunkt, wie ihn der DRV vor einigen Jahren mit Saarbrücken-Breisach geschaffen hat, nicht gegeben.
Aus diesem Grund freuen wir uns zwar nicht über die Streichung, können aber aus Vernunftgründen gut damit leben. Bei Betrachtung der Bundesstützpunkte auf einer Deutschlandkarte fällt jedoch nun auf, dass es südlich des Ruhrgebietes außer Saarbrücken keinen Stützpunkt mehr gibt. Für unsere Sportler und unsere Vereine ist dies ein nicht zu vernachlässigender Nachteil. Wir haben zwar sehr gute Universitäten in Baden-Württemberg, müssen unseren Spitzensportlern jedoch nach dem Abitur raten, in ein anderes Bundesland zu wechseln um an einem Bundesstützpunkt trainieren zu können. Die Schlussfolgerung kann hier nur sein, einen eigenen Bundes- oder Bundesnachwuchsstützpunkt in Baden-Württemberg zu erhalten. Nach Absprache mit dem Deutschen Ruderverband und dem Landessportverband Baden-Württemberg sind wir zu dem Schluss gekommen, dass dies in der momentanen Situation in Baden-Württemberg nur am Standort Ulm möglich sein kann. Wir bemühen uns deshalb, dass der DOSB ab dem Jahr 2012 einen Bundesnachwuchsstützpunkt am Standort Ulm einrichtet. Die vom Ulmer Ruderclub Donau und der Stadt Ulm im Moment durchgeführten Investitionen am Standort (Schlafmöglichkeiten, neuer Kraftraum, etc.) und die Zusammenarbeit mit der Sportmedizin an der Universität Ulm unter der Leitung von Professor Steinacker sollen die Grundlage für diesen Bundesnachwuchsstützpunkt darstellen. Wir sind der Meinung, dass wir nur mit einem Bundesstützpunkt in Baden-Württemberg die Förderung durch den Landessportverband Baden-Württemberg sichern können, und so die finanzielle Grundlage für den Leistungssport für alle Vereine erhalten können.
Grundlage für einen Bundesnachwuchsstützpunkt in unserem Land ist eine breite Basis an Nachwuchsleistungssportlern. Die Analyse zeigt, dass in den letzten Jahren die baden-württembergischen Teilnehmer bei U19- und U23-Weltmeisterschaften mit wenigen Ausnahmen aus den Vereinen Radolfzell, Ulm, Konstanz und Heilbronn kommen. Gerade die mitgliederstarken Regionen Rhein-Neckar und der Großraum Stuttgart schaffen es nur selten, Sportler für die internationalen Nachwuchsspitzenwettkämpfe zu entwickeln. Im Sinne einer langfristigen Sicherung der Leistungssportförderung für die Sportart Rudern ist es wichtig, dass diese Regionen auch in den Altersbereichen der Junioren wieder internationale Spitzenleistungen zeigen.
Die Stationierung des Landeshonorartrainers in der Rhein-Neckar-Region durch den LRVBW ist ein erster Schritt um Hilfestellung für die Zukunft zu geben.
Marco Haaf

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