
Ein besonderes Augenmerk legten die Veranstalter der Internationalen Bodenseewoche im Jahr 2026 auf den inklusiven Wassersport. Die Veranstaltung ist seit Jahrzehnten für den süddeutschen Raum das Event im Segelsport. Unter dem Motto „Alle an Bord“ war bei zahlreichen Schnupper-Angeboten, zu erleben, welche Möglichkeiten und Chancen sich eröffnen, wenn Sportlerinnen und Sportler mit und ohne Behinderung gemeinsam aufs Wasser gehen. Der Einladung der Veranstalter folgte vom 29. bis 31. Mai auch ein Team aus dem Ressort Breitensport des LRVBW und präsentierte zahlreiche Varianten, wie das gemeinsame Rudern ohne und mit Handicap möglich ist.
Hierzu lag Johanna, das Kirchboot des LRV, im Konstanzer Gondelhafen direkt vor dem historischen Konzilgebäude zur Ausfahrt bereit. Am Freitag und Samstag brachen kontinuierlich gemischte Teams aus Interessenten und erfahrenen Rudererinnen zu rund 30-minütigen Schnuppertouren auf. Dabei saß eine erfahrene neben einer unerfahrenen Person. So konnten etwaige Anfangsschwierigkeiten schnell überwunden werden und schon bald war die Hafenausfahrt erreicht und die kleine Runde auf dem Bodensee begann.

Parallel bot ein Team des Rudervereins Neptun aus Konstanz eine Schnuppertour im gesteuerten Vierer und im Gig-Doppelzweier an.
Im mehr als 15 Personen umfassenden landesverbandlichen Team waren drei Sportlerinnen und Sportler mit hochgradiger Sehbehinderung vom Rheinklub Alemannia aus Karlsruhe, die in den Schnupperbooten oft die Schlagposition übernahmen und für Rückfragen am Infostand zur Verfügung standen.

Hier waren mit dem Doppelzweier „Blind Date“ und einem baugleichen Einer zwei Boote zur Ansicht ausgestellt, anhand derer diverse Anpassungen und Erweiterungen der handelsüblichen Boote gezeigt wurden, die nicht nur für Ruderer mit Behinderung oder Einschränkung hilfreich sind. Neben Schwimmern, die dem Boot zusätzliche Stabilität verleihen, war ein spezieller Ausleger nebst Skulls für kleinwüchsige Personen zu sehen. Ferner zeigte das Team einen speziell angepassten Riemen, der von einer Rudererin benutzt werden kann, die nur eine Hand zur Verfügung hat. Außerdem standen zum Ausprobieren zwei Ergometer bereit. Einer davon war so umgebaut, dass er von Personen verwendet werden kann, die ohne Beine rudern müssen und bei denen ggf. der Oberkörper zusätzlich stabilisiert werden muss.
Teil des Teams vor Ort waren auch Heike Breitenbücher und Dr. Wolfgang Fritsch, Vorsitzende bzw. Vorstand Bildung, die sich am Samstagvormittag mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Segelcommunity auf Landes- und Bundesebene zu einem Spitzengespräch trafen.

Überdies nahm Johann Christoph Haake, selbst hochgradig sehbehindert, Mitglied des Ausschusses Breitensport im LRV und dort für den Bereich Inklusion zuständig, am Samstagmittag an einer Podiumsdiskussion teil, bei der er u. a. vom Aufbau des inklusiven Ruderns im Karlsruher Rheinklub Alemannia berichtete.
Bericht: Johann Christoph Haake; Fotos: Inna Becher, Dr. Wolfgang Fritsch
veröffentlicht am Mittwoch, 3. Juni 2026 um 15:18; erstellt von Jacobs, Wolfdietrich
letzte Änderung: 03.06.26, 15:18